Mit der Datei .htaccess steuern Sie, wie der Webserver auf Anfragen reagiert: Sie leiten alte Adressen auf neue um, erzwingen HTTPS, legen fest, ob Ihre Website mit oder ohne www erreichbar ist, und schützen Verzeichnisse. Diese Anleitung erklärt die wichtigsten Weiterleitungen mit fertigen Beispielen.

Wo liegt die .htaccess?

Die Datei liegt im Hauptverzeichnis Ihrer Website, also im Ordner httpdocs. Dateien, die mit einem Punkt beginnen, sind in manchen Programmen ausgeblendet. Im Plesk-Dateimanager wird sie angezeigt. In FileZilla aktivieren Sie die Anzeige über Server → Anzeige versteckter Dateien erzwingen.

Existiert die Datei noch nicht, legen Sie sie im Dateimanager über Neu → Datei erstellen mit dem Namen .htaccess an.

Wichtig: Sichern Sie die Datei, bevor Sie sie ändern. Ein Tippfehler führt sofort zu einem Fehler 500 auf der ganzen Website. Entfernen Sie in diesem Fall die letzte Änderung wieder.

Weiterleitungen in Plesk ohne .htaccess

Für die beiden häufigsten Fälle brauchen Sie keine .htaccess:

  • HTTP auf HTTPS: unter Hosting-Einstellungen die Option Permanente, für SEO geeignete 301-Weiterleitung von HTTP zu HTTPS aktivieren
  • www oder ohne www: unter Hosting-Einstellungen bei Bevorzugte Domain die gewünschte Variante wählen

Diese Einstellungen sind die einfachste und schnellste Lösung. Die .htaccess benötigen Sie für alles, was darüber hinausgeht.

301 oder 302?

  • 301 (dauerhaft): Die Seite ist endgültig umgezogen. Suchmaschinen übertragen das Ranking auf die neue Adresse. Für Umzüge und Umstrukturierungen die richtige Wahl.
  • 302 (vorübergehend): Die Seite ist nur kurzzeitig woanders, etwa während Wartungsarbeiten.

Browser merken sich 301-Weiterleitungen sehr lange. Testen Sie neue Regeln deshalb zuerst mit 302 und stellen Sie erst auf 301 um, wenn alles funktioniert.

Fertige Beispiele

Einzelne Seite umleiten

Redirect 301 /alte-seite.html https://ihre-domain.at/neue-seite/

Ganzes Verzeichnis umleiten

RedirectMatch 301 ^/blog/(.*)$ https://ihre-domain.at/news/$1

HTTPS erzwingen

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTPS} !=on
RewriteRule ^ https://%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI} [L,R=301]

Immer mit www

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www\. [NC]
RewriteRule ^ https://www.%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI} [L,R=301]

Immer ohne www

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^www\.(.+)$ [NC]
RewriteRule ^ https://%1%{REQUEST_URI} [L,R=301]

Ganze Domain auf eine neue Domain umleiten

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^(www\.)?alte-domain\.at$ [NC]
RewriteRule ^ https://neue-domain.at%{REQUEST_URI} [L,R=301]

Die Pfade bleiben dabei erhalten: alte-domain.at/kontakt führt zu neue-domain.at/kontakt.

Weitere nützliche Regeln

Verzeichnisauflistung verhindern

Options -Indexes

Zugriff auf eine Datei sperren

<Files "config.php">
    Require all denied
</Files>

Verzeichnis nur für bestimmte IP-Adressen

Require ip 198.51.100.20

Für einen Passwortschutz von Verzeichnissen nutzen Sie in Plesk die Funktion Passwortgeschützte Verzeichnisse.

Viele Weiterleitungen nach einem Relaunch

Nach einer Neugestaltung der Website ändern sich oft Dutzende Adressen. Legen Sie eine Liste mit alter und neuer Adresse an und übertragen Sie sie als einzelne Redirect 301-Zeilen in die .htaccess. Leiten Sie jede alte Seite auf die inhaltlich passende neue Seite um, nicht pauschal alles auf die Startseite. Suchmaschinen werten pauschale Umleitungen wie fehlende Seiten.

WordPress und andere CMS

WordPress schreibt eigene Regeln in die .htaccess, eingerahmt von # BEGIN WordPress und # END WordPress. Ändern Sie nichts zwischen diesen Markierungen, WordPress überschreibt diesen Bereich. Eigene Regeln, insbesondere Weiterleitungen, setzen Sie oberhalb von # BEGIN WordPress.

Fehlerbehebung

Fehler 500 nach einer Änderung

Die Datei enthält einen Syntaxfehler. Machen Sie die letzte Änderung rückgängig. Die genaue Meldung finden Sie unter Websites & Domains → Logs.

„Diese Seite funktioniert nicht – zu viele Weiterleitungen“

Zwei Regeln leiten sich gegenseitig weiter, etwa eine Regel in der .htaccess und eine Einstellung in Plesk oder in WordPress. Verwenden Sie für jede Weiterleitung nur eine Stelle. Leeren Sie nach der Korrektur den Browser-Cache.

Die Weiterleitung greift nicht

Prüfen Sie, ob die Regel oberhalb anderer Regeln steht, die die Anfrage vorher abfangen. Testen Sie in einem privaten Browserfenster, da alte 301-Weiterleitungen im Cache gespeichert sein können. Auf der Kommandozeile zeigt curl -I https://ihre-domain.at/alte-seite.html die tatsächliche Antwort des Servers.

Wie Sie ein SSL-Zertifikat einrichten, lesen Sie in SSL-Zertifikat mit Let's Encrypt in Plesk aktivieren.

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