Jede Website mit PHP, etwa WordPress, Joomla, Shopware oder eine eigene Anwendung, benötigt eine passende PHP-Version und gelegentlich angepasste Einstellungen wie ein höheres Speicherlimit oder größere Upload-Grenzen. In Plesk ändern Sie beides pro Domain selbst. Diese Anleitung zeigt, wie es geht und welche Werte sinnvoll sind.
Welche PHP-Version sollte ich verwenden?
Jede PHP-Version erhält etwa zwei Jahre lang aktive Weiterentwicklung und danach noch ein Jahr Sicherheitsupdates. Ältere Versionen sind unsicher und meist auch langsamer. Unsere Empfehlung:
- Verwenden Sie die neueste Version, die Ihre Anwendung offiziell unterstützt.
- Prüfen Sie vor einem Wechsel, ob alle Plugins, Themes und Erweiterungen kompatibel sind.
- Bleiben Sie nicht auf Versionen, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Den aktuellen Stand finden Sie unter
php.net/supported-versions.php.
Schritt 1: PHP-Version ändern
- Melden Sie sich in Plesk an und öffnen Sie Websites & Domains.
- Klicken Sie bei Ihrer Domain auf PHP bzw. PHP-Einstellungen.
- Wählen Sie bei PHP-Version die gewünschte Version.
- Lassen Sie als Handler FPM-Anwendung ausgewählt, sofern vorhanden. Er ist am schnellsten und trennt die Websites sauber voneinander.
- Klicken Sie auf OK bzw. Übernehmen.
Die Änderung ist sofort wirksam. Rufen Sie danach Ihre Website auf und prüfen Sie die wichtigsten Seiten, bei Shops auch Warenkorb und Kasse.
Schritt 2: Wichtige PHP-Einstellungen anpassen
Auf derselben Seite finden Sie die häufig benötigten Einstellungen:
| Einstellung | Bedeutung | Typischer Wert |
|---|---|---|
memory_limit | maximaler Arbeitsspeicher pro Aufruf | 256M, für Shops 512M |
max_execution_time | maximale Laufzeit eines Skripts in Sekunden | 60 bis 300 |
upload_max_filesize | maximale Größe einer hochgeladenen Datei | 64M |
post_max_size | maximale Größe aller Formulardaten. Muss mindestens so groß sein wie upload_max_filesize. | 64M |
max_input_vars | maximale Anzahl an Formularfeldern, wichtig für große Menüs oder Page-Builder | 3000 bis 5000 |
Erhöhen Sie Werte nur so weit wie nötig. Ein sehr hohes memory_limit verdeckt oft Probleme, statt sie zu lösen.
Eigene Einstellungen ergänzen
Im Feld Zusätzliche Konfigurationsanweisungen können Sie weitere PHP-Einstellungen im Format der php.ini eintragen, zum Beispiel:
date.timezone = Europe/Vienna
max_input_time = 120
Schritt 3: PHP-Erweiterungen prüfen
Manche Anwendungen benötigen bestimmte Erweiterungen wie intl, imagick, gd, zip oder soap. Ob eine Erweiterung verfügbar ist, sehen Sie mit einer kleinen Testdatei:
- Legen Sie im Dateimanager im Ordner
httpdocseine Dateiinfo.phpan. - Fügen Sie folgenden Inhalt ein:
<?php phpinfo(); - Rufen Sie
https://ihre-domain.at/info.phpauf und suchen Sie mit Strg+F nach der Erweiterung. - Löschen Sie die Datei danach unbedingt wieder. Sie verrät Angreifern viele Details über Ihr System.
Fehlt eine Erweiterung, die Ihre Anwendung benötigt, melden Sie sich bitte per Ticket bei uns.
PHP-Version per Kommandozeile
Wenn Sie per SSH arbeiten, etwa für Composer oder WP-CLI, verwendet die Kommandozeile nicht automatisch dieselbe Version wie Ihre Website. In Plesk liegen die Versionen unter /opt/plesk/php/. Ein Beispiel für PHP 8.3:
/opt/plesk/php/8.3/bin/php -v
/opt/plesk/php/8.3/bin/php composer.phar install
Fehlerbehebung
Nach dem Wechsel zeigt die Seite einen Fehler 500
Ein Plugin oder Theme ist mit der neuen Version nicht kompatibel. Stellen Sie die vorherige Version wieder ein. Die genaue Fehlermeldung finden Sie unter Websites & Domains → Logs. Aktualisieren Sie die betroffene Komponente und versuchen Sie den Wechsel erneut.
Die Änderung eines Werts hat keine Wirkung
Manche Anwendungen setzen eigene Werte, etwa WordPress über WP_MEMORY_LIMIT in der wp-config.php. Auch Einträge in einer .user.ini oder .htaccess im Webspace können die Plesk-Einstellungen überschreiben. Prüfen Sie mit phpinfo() den tatsächlich aktiven Wert.
„Allowed memory size exhausted“
Das Skript hat das memory_limit erreicht. Erhöhen Sie den Wert moderat. Tritt der Fehler weiterhin auf, verursacht meist ein Plugin einen Fehler oder eine Endlosschleife.
Weitere Grundlagen finden Sie im Artikel Plesk: Erste Anmeldung und Überblick.
