Bei der Konfiguration einer IP-Adresse begegnet Ihnen fast immer eine Angabe wie /24 oder /64. Das ist die Subnetzpräfixlänge, auch CIDR-Notation genannt. Sie legt fest, welcher Teil einer IP-Adresse das Netzwerk beschreibt und welcher Teil die einzelnen Geräte. Dieser Artikel erklärt die Präfixlänge für IPv4 und IPv6 verständlich und zeigt, wo Sie die Angabe in der Praxis eintragen.

Netzanteil und Hostanteil

Eine IPv4-Adresse besteht aus 32 Bit, geschrieben als vier Zahlen von 0 bis 255, zum Beispiel 192.168.10.25. Die Präfixlänge gibt an, wie viele Bits von links zum Netzanteil gehören. Die restlichen Bits bilden den Hostanteil, mit dem die Geräte im Netz unterschieden werden.

Bei 192.168.10.25/24 gehören die ersten 24 Bit, also 192.168.10, zum Netz. Die letzten 8 Bit stehen für die Geräte. Alle Adressen von 192.168.10.0 bis 192.168.10.255 liegen damit im selben Netz und können direkt miteinander kommunizieren.

Präfixlänge und Subnetzmaske

Früher wurde statt der Präfixlänge eine Subnetzmaske angegeben. Beide Schreibweisen bedeuten dasselbe. Windows fragt in den Netzwerkeinstellungen meist nach der Maske, Linux und die meisten Router nach der Präfixlänge.

PräfixSubnetzmaskeAdressen gesamtNutzbare Hosts
/32255.255.255.25511 (Einzeladresse)
/30255.255.255.25242
/29255.255.255.24886
/28255.255.255.2401614
/27255.255.255.2243230
/26255.255.255.1926462
/25255.255.255.128128126
/24255.255.255.0256254
/16255.255.0.065.53665.534

Die Formel dahinter: Ein Netz mit Präfix n enthält 2(32−n) Adressen. Zwei davon sind reserviert: die erste Adresse als Netzadresse und die letzte als Broadcast-Adresse. Deshalb sind bei einem /24 nur 254 Adressen für Geräte nutzbar.

Ein Beispiel: /29

Angenommen, Ihnen wurde das Netz 203.0.113.8/29 zugewiesen. Es umfasst acht Adressen:

  • 203.0.113.8: Netzadresse, nicht nutzbar
  • 203.0.113.9 bis 203.0.113.14: sechs nutzbare Adressen. Eine davon ist in der Regel das Gateway.
  • 203.0.113.15: Broadcast-Adresse, nicht nutzbar

Prüfen Sie in Ihren Zugangsdaten, welche Adresse als Gateway vorgesehen ist. Diese dürfen Sie keinem Ihrer Geräte zuweisen.

Präfixlängen bei IPv6

IPv6-Adressen sind 128 Bit lang. Das Prinzip ist identisch, nur die Zahlen sind größer:

  • /64 ist die Standardgröße für ein einzelnes Netzsegment. Ein /64 enthält rund 18 Trillionen Adressen. Viele IPv6-Funktionen wie SLAAC setzen genau ein /64 voraus.
  • /56 oder /48 erhalten Kunden, die mehrere Netze selbst aufteilen möchten. Ein /56 enthält 256 Netze der Größe /64.
  • /128 bezeichnet eine einzelne Adresse, vergleichbar mit /32 bei IPv4.

Bei IPv6 gibt es keine Broadcast-Adresse. Die Adressen sind so zahlreich, dass niemand nutzbare Hosts nachzählen muss.

Wo trage ich die Präfixlänge ein?

Linux mit Netplan (Ubuntu)

network:
  version: 2
  ethernets:
    eth0:
      addresses:
        - 203.0.113.10/29
        - 2001:db8:1234::10/64
      routes:
        - to: default
          via: 203.0.113.9
      nameservers:
        addresses: [1.1.1.1, 9.9.9.9]

Linux temporär per Kommandozeile

sudo ip addr add 203.0.113.10/29 dev eth0
ip -br addr show

Windows

In den Adaptereinstellungen unter Internetprotokoll, Version 4 (TCP/IPv4) tragen Sie die Subnetzmaske ein, also zum Beispiel 255.255.255.248 für ein /29. Bei IPv6 fragt Windows direkt nach der Subnetzpräfixlänge. Dort geben Sie nur die Zahl ein, etwa 64.

Häufige Fehler

  • Falsche Präfixlänge: Ist das Präfix zu groß, etwa /32 statt /29, erreicht der Server sein Gateway nicht. Ist es zu klein, etwa /16 statt /24, versucht der Server Adressen direkt zu erreichen, die eigentlich über das Gateway laufen müssten.
  • Netz- oder Broadcast-Adresse vergeben: Diese Adressen funktionieren nicht als Geräteadresse.
  • Gateway außerhalb des Netzes: Das Gateway muss im selben Subnetz liegen wie die Adresse des Servers. Ausnahmen gibt es nur bei speziellen Routing-Setups, die Ihnen Ihr Anbieter dann mitteilt.

Werkzeug zum Nachrechnen

Unter Linux rechnet das Programm ipcalc alle Werte für Sie aus:

sudo apt install -y ipcalc
ipcalc 203.0.113.10/29

Die Ausgabe zeigt Netzadresse, Broadcast, ersten und letzten nutzbaren Host sowie die Subnetzmaske.

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