Die VirtIO-Treiber (virtio-win.iso) sind für jede Windows-VM unter Proxmox VE unverzichtbar: Ohne sie erkennt der Windows-Installer weder die virtuelle Festplatte (VirtIO SCSI) noch die Netzwerkkarte (VirtIO Net). Hier finden Sie den Download-Link zur aktuellen ISO, die Einbindung in Proxmox und die Installation der Treiber unter Windows Server 2019/2022/2025 und Windows 10/11, während der Installation und nachträglich.

Was ist die virtio-win.iso?

Die ISO enthält paravirtualisierte Treiber für Windows-Gäste unter KVM/QEMU, die Basis von Proxmox VE. Dazu gehören unter anderem:

  • vioscsi und viostor: Treiber für virtuelle Festplatten (VirtIO SCSI bzw. VirtIO Block)
  • NetKVM: Treiber für die VirtIO-Netzwerkkarte
  • Balloon: dynamische Arbeitsspeicherverwaltung
  • vioserial und der QEMU Guest Agent: Kommunikation zwischen Host und Gast
  • virtio-win-guest-tools.exe: ein Installer, der alle Treiber und den Guest Agent in einem Schritt einrichtet

Schritt 1: Die ISO herunterladen

Die Treiber werden vom Fedora-Projekt gepflegt. Die jeweils aktuelle stabile Version erhalten Sie immer unter derselben Adresse:

https://fedorapeople.org/groups/virt/virtio-win/direct-downloads/stable-virtio/virtio-win.iso

Ältere oder neuere Versionen finden Sie im Verzeichnis direct-downloads/archive-virtio/. Für produktive Systeme empfehlen wir die stabile Version.

Schritt 2: Die ISO in Proxmox VE bereitstellen

Sie müssen die Datei nicht erst auf Ihren PC laden. Proxmox kann sie direkt aus dem Internet holen:

  1. Melden Sie sich an der Proxmox-Weboberfläche an.
  2. Wählen Sie links Ihren Node und darunter einen Speicher, der ISO-Images aufnehmen kann, zum Beispiel local.
  3. Öffnen Sie den Reiter ISO Images.
  4. Klicken Sie auf Download from URL, fügen Sie die Adresse von oben ein und klicken Sie auf Query URL.
  5. Bestätigen Sie mit Download. Nach wenigen Sekunden erscheint virtio-win.iso in der Liste.

Alternativ laden Sie die ISO per Kommandozeile direkt auf den Node:

cd /var/lib/vz/template/iso/
wget https://fedorapeople.org/groups/virt/virtio-win/direct-downloads/stable-virtio/virtio-win.iso

Schritt 3: Die ISO als zweites CD-Laufwerk einbinden

Für die Windows-Installation benötigen Sie zwei Laufwerke: eines mit dem Windows-Installationsmedium und eines mit den VirtIO-Treibern.

  1. Wählen Sie die VM aus und öffnen Sie Hardware.
  2. Klicken Sie auf Add → CD/DVD Drive.
  3. Wählen Sie als Bus IDE oder SATA, als Speicher local und als ISO-Image virtio-win.iso.
  4. Bestätigen Sie mit Create.

Beim Anlegen einer neuen VM können Sie die ISO auch direkt im Assistenten hinterlegen: Im Reiter OS gibt es bei Windows-Gästen die Option Add additional drive for VirtIO drivers.

Schritt 4: Treiber während der Windows-Installation laden

Wenn der Windows-Installer meldet, dass keine Festplatte gefunden wurde, gehen Sie so vor:

  1. Klicken Sie auf Treiber laden und dann auf Durchsuchen.
  2. Öffnen Sie das CD-Laufwerk mit der VirtIO-ISO.
  3. Wählen Sie den Ordner passend zu Ihrem Festplatten-Controller und Ihrer Windows-Version, zum Beispiel vioscsi\2k22\amd64 für Windows Server 2022 mit VirtIO SCSI.
  4. Bestätigen Sie den gefundenen Treiber. Die virtuelle Festplatte erscheint nun und kann partitioniert werden.

Laden Sie bei Bedarf im selben Dialog auch gleich den Netzwerktreiber aus NetKVM\<Version>\amd64. Das erspart Ihnen später den Weg über den Geräte-Manager.

Schritt 5: Restliche Treiber nach der Installation einrichten

Nach dem ersten Start von Windows öffnen Sie das VirtIO-Laufwerk im Explorer und führen virtio-win-guest-tools.exe aus. Der Installer richtet alle noch fehlenden Treiber sowie den QEMU Guest Agent ein. Danach sollte im Geräte-Manager kein Gerät mehr mit gelbem Ausrufezeichen stehen.

Wenn alles läuft, können Sie das zusätzliche CD-Laufwerk in Proxmox wieder entfernen oder auf Do not use any media stellen.

Treiber nachträglich im Geräte-Manager installieren

Ist Windows bereits installiert und fehlen einzelne Treiber, können Sie diese auch gezielt über den Geräte-Manager einrichten:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Start und öffnen Sie den Geräte-Manager.
  2. Suchen Sie nach Geräten mit gelbem Ausrufezeichen, etwa unter Andere Geräte, Netzwerkadapter oder Speichercontroller.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Gerät und wählen Sie Treiber aktualisieren → Auf dem Computer nach Treibern suchen.
  4. Geben Sie als Pfad das CD-Laufwerk mit der VirtIO-ISO an, zum Beispiel D:\, und aktivieren Sie Unterordner einbeziehen. Windows findet den passenden Treiber dann selbst.
  5. Bestätigen Sie die Installation und wiederholen Sie den Vorgang für weitere Geräte.

Häufige Fragen

Welchen Ordner brauche ich für meine Windows-Version?

Die Ordner sind nach Windows-Versionen benannt: 2k19 für Server 2019, 2k22 für Server 2022, 2k25 für Server 2025, w10 und w11 für die Client-Versionen. Für 64-Bit-Systeme wählen Sie immer amd64.

Muss ich die Treiber aktualisieren?

Ja, gelegentlich. Laden Sie dazu die aktuelle ISO herunter, binden Sie sie ein und führen Sie virtio-win-guest-tools.exe erneut aus. Bestehende Treiber werden dabei aktualisiert.

Ich nutze einen Windows-vServer bei Alpenhost. Muss ich das selbst machen?

Bei unseren Windows-vServern ist die VirtIO-Treiber-ISO bereits als CD-Laufwerk in Ihrer VM eingelegt. Schritt 1 bis 3 entfallen damit. Installieren Sie Windows neu, laden Sie die Treiber wie in Schritt 4 beschrieben direkt von diesem Laufwerk. Fehlen in einem laufenden System Treiber, verwenden Sie virtio-win-guest-tools.exe oder den Geräte-Manager wie oben beschrieben. Die Schritte 1 bis 3 richten sich an Kunden mit eigenem Proxmox, zum Beispiel auf einem Dedicated Server.

Weiterführend: Wie Sie den QEMU Guest Agent unter Windows im Detail einrichten und prüfen, lesen Sie in unserem Artikel QEMU Guest Agent unter Windows installieren.

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