Ihr Dedicated Server ist bereitgestellt. Alpenhost Dedicated Server basieren auf echten Serverprozessoren: AMD EPYC, Intel Xeon oder ARM. Sie bieten viele Kerne, ECC-Arbeitsspeicher und Server-Funktionen wie einen Management-Controller für den Fernzugang. Diese Anleitung zeigt die ersten Schritte nach der Bereitstellung und gibt Tipps für einen stabilen Betrieb.
Was Sie erhalten
Ihr Server wird mit dem bei der Bestellung gewählten Betriebssystem vorinstalliert ausgeliefert. In der Bereitstellungs-E-Mail und im Kundencenter unter Services → Meine Services finden Sie:
- die IPv4- und IPv6-Adressen
- die Zugangsdaten für SSH bzw. Remotedesktop
- die Zugangsdaten für den BMC (IPMI) und das VPN, über das er erreichbar ist
Schritt 1: Anmelden und aktualisieren
ssh root@IHRE-SERVER-IP
apt update && apt full-upgrade -y
reboot
Bei Windows-Servern verbinden Sie sich per Remotedesktop und installieren alle Windows-Updates, siehe Windows-vServer: Erste Schritte und RDP absichern. Die Empfehlungen dort gelten auch für Dedicated Server.
Schritt 2: Grundabsicherung
- SSH-Schlüssel statt Passwort, Root-Login einschränken, siehe SSH-Zugang absichern: Schlüssel statt Passwort
- Firewall mit nur den benötigten Ports
- Fail2ban und automatische Sicherheitsupdates
- Verwaltungsoberflächen wie Proxmox oder Portainer nur über VPN erreichbar machen, siehe WireGuard-VPN auf einem Linux-Server einrichten
Schritt 3: Hardware prüfen
lscpu | grep -E 'Model name|Socket|^CPU\(s\)|NUMA'
free -h
lsblk -o NAME,SIZE,MODEL,TYPE,MOUNTPOINT
cat /proc/mdstat
Ob ECC-Speicher aktiv ist und ob bereits korrigierte Speicherfehler aufgetreten sind, zeigt:
apt install -y edac-utils
edac-util -v
Einzelne korrigierte Fehler sind kein Grund zur Sorge. Steigt die Zahl jedoch an, melden Sie sich bitte bei uns. Wir tauschen das betroffene Modul aus.
Schritt 4: Fernzugang einrichten
Über den BMC sehen Sie den Bildschirm des Servers, starten ihn neu und binden eigene Installationsmedien ein, unabhängig vom Betriebssystem. Der BMC ist aus Sicherheitsgründen nur über ein VPN erreichbar. Richten Sie den Zugang direkt nach der Bereitstellung ein und testen Sie ihn, siehe Fernzugang zum Server per BMC über VPN.
Schritt 5: Datenträger und RAID
Je nach Modell ist Ihr Server mit einem Software-RAID oder einem Hardware-RAID-Controller ausgestattet. Prüfen Sie den Zustand regelmäßig und richten Sie Benachrichtigungen ein:
- Software-RAID mit NVMe: Software-RAID mit NVMe-Datenträgern prüfen und verwalten
- Hardware-RAID bei Markenservern: Hardware-RAID-Controller bei HPE- und Dell-Servern prüfen
Schritt 6: Leistung richtig nutzen
Virtualisierung
Dedicated Server eignen sich hervorragend als Basis für Proxmox VE oder andere Hypervisoren. Achten Sie bei Servern mit mehreren Prozessoren oder vielen Kernen auf die NUMA-Struktur: Virtuelle Maschinen laufen am schnellsten, wenn ihre Kerne und ihr Speicher auf demselben NUMA-Knoten liegen. In Proxmox aktivieren Sie dazu die Option NUMA in den CPU-Einstellungen der VM.
Energiesparmodus
Für gleichmäßig niedrige Antwortzeiten, etwa bei Datenbanken oder Echtzeitanwendungen, kann der Energiemodus des Prozessors eine Rolle spielen. Prüfen Sie ihn mit:
cat /sys/devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/scaling_governor
Der Wert performance liefert die konstanteste Leistung, powersave bzw. schedutil spart Energie.
ARM-Server
ARM-Server bieten sehr viele Kerne bei niedrigem Stromverbrauch. Software muss dafür in einer Version für arm64 (auch aarch64) vorliegen. Was Sie dabei beachten sollten, beschreibt der Artikel ARM-Server: Was Sie vor dem Einsatz wissen sollten.
Backups
Sichern Sie wichtige Daten regelmäßig auf ein externes Ziel. Ein RAID ersetzt kein Backup. Eine Anleitung finden Sie im Artikel Server-Backups mit restic auf ein externes Ziel.
Häufige Fragen
Kann ich ein anderes Betriebssystem installieren?
Ja. Über den BMC binden Sie ein eigenes ISO-Abbild ein und installieren das gewünschte System selbst. Alternativ installieren wir den Server auf Anfrage per Ticket neu. Dabei werden alle Daten gelöscht.
Wie erweitere ich Arbeitsspeicher oder Datenträger?
Eröffnen Sie ein Ticket mit dem gewünschten Ausbau. Wir prüfen die Kompatibilität, erstellen ein Angebot und vereinbaren mit Ihnen ein Wartungsfenster.
Hardwaredefekt?
Melden Sie Auffälligkeiten wie Speicherfehler, defekte Datenträger oder unerwartete Neustarts per Ticket. Hängen Sie nach Möglichkeit die Ausgabe von journalctl -k -p err -b -1 an.
Alle Modelle finden Sie unter Dedicated Server.
